über Badminton

Geschichte


Badminton kommt aus Indien, wo es die britischen Kolonialisten als Poona kennen lernten. Der entscheidene Moment in der Geschichte des Badminton war, als der Duke of Beaufort 1873 auf seinem Landsitz Badminton-House das Spiel bei einem Gartenfest vorstellte. Von da an wurde das neue Spiel nur noch Badminton genannt. Der Duke veränderte die Regeln und gab dem Spiel einen Wettkampfcharakter. Im Jahr 1878 wurde der erste Badmintonclub in New York gegründet.

Badminton - eine Sportart für die ganze Familie. Irrtümlicherweise wird Badminton von vielen Erwachsenen noch als "Vorstufe zum Tennis" angesehen. Dabei ist Badminton schon in den Grundlagen sehr verschieden. Ein professioneller Tennisspieler läuft während eines Spiels ungefähr 5 km; ein professioneller Badmintonspieler hingegen ungefähr 10 km. Ein gut geschlagener Smash (Schmetterball) beim Badminton hat eine Anfangsgeschwindigkeit von bis zu 260 km/h!
Eine zweiter weit verbreiteter Irrtum ist, dass Badminton mit dem Freizeitspiel Federball gleichzusetzen ist, das im Gegensatz zu Badminton möglichst lange Ballwechsel zum Ziel hat, während Badminton ein Wettkampfsport ist und nach festen Regeln gespielt wird.

Es kann sowohl von zwei Spielern als Einzel, als auch von vier Spielern als Doppel oder Mixed gespielt werden. Es wird in der Halle ausgetragen und erfordert wegen der Schnelligkeit und der großen Laufintensität eine hohe körperliche Fitness.

Disziplinen


Badminton wird wettkampfmäßig in fünf verschiedenen Disziplinen ausgetragen:

• Damen- und Herreneinzel
• Damen- und Herrendoppel
• Gemischtes Doppel (Mixed)

Das oberste Ziel im Badminton ist es den Ball über das Netz in das gegnerische Feld zu spielen. Hierbei muss man beachten, dass das Einzelspielfeld nur bis zur inneren Seitenlinie geht, im Doppel / Mixed zählt die äußere Seitenmarkierung. Beim Aufschlag steht der Aufschläger in allen Disziplinen in seinem Aufschlag-Halbfeld und muss den Ball in das diagonale Feld spielen. Während des laufenden Ballwechsels dürfen sich beide Spieler beliebig in ihrer Feldhälfte aufhalten. Jeder Fehler führt also automatisch zu einem Punktgewinn und ein Aufschlagrecht für den Gegner.

Damen- und Herren Einzel In der Einzeldisziplin stehen sich zwei Spieler gleichen Geschlechts gegenüber. Bei geradem Punktestand des Aufschlägers (0, 2, 4 ...) erfolgt der Aufschlag aus der rechten Feldhälfte, bei ungeradem Punktestand (1, 3, 5 ...) von links. Aus taktischen Gründen versucht man, den Gegner durch Anspielen in die Eckpunkte des Spielfeldes in Schwierigkeiten zu bringen. Um alle Feldecken gleich schnell erreichen zu kännen, versucht deshalb jeder Spieler, nach jedem gespielten Ball so schnell wie mäglich wieder in die Mitte des Spielfeldes zu gelangen. Von hier aus sind alle Feldbereiche mit wenigen kurzen, schnellen Schritten erreichbar.

Damen- und Herrendoppel In der Doppeldisziplin stehen sich zwei Spielerpaare gleichen Geschlechts gegenüber. Der Aufschlag erfolgt wie im Einzel bei geradem Punktestand von rechts, bei ungeradem Punktestand von links, hierbei hat der Mitspieler Aufschlag der zu dem Zeitpunkt auf der jeweiligen Hälfte steht. Bei Aufschlagwechsel wechselt somit automatisch der Aufschläger. Beispiel: Spieler A steht links, Spieler B steht rechts. Es steht 0:0, Spieler B hat Aufschlag. Während des Ballwechsels kännen die Gegner von A und B punkten, der Aufschlag geht an die Gegner (Punktestand 0:1). Im nächsten Ballwechsel kann Spieler B punkten (Punktstand 1:1); Spieler A schlägt auf, da er links steht.

Die Aufstellung beider Spieler einer Doppel-Paarung während des laufenden Ballwechsels ist beliebig und wird von der aktuellen Spielsituation und den technischen Fähigkeiten der Spieler abhängig gemacht. Idealerweise stellen sich beide zur Abwehr nebeneinander und decken die jeweils eigene Seite des Spielfelds ab. Beim eigenen Angriff dagegen steht man hintereinander, der hintere attackiert mit harten, steil nach unten geschlagenen Angriffsbällen (Smash) oder mit gefühlvoll kurz hinter das Netz geschlagenen Stoppbällen (Drop), während sein Partner vorne am Netz agiert und versucht, schlecht abgewehrte gegnerische Bälle zu erreichen und zu verwerten. Diese ständig wechselnde Aufstellung innerhalb eines Ballwechsels erfordert jahrelange Übung, ein gutes Auge für die Spielsituation und Verständnis im Zusammenspiel mit dem Partner.

Gemischtes Doppel Beim gemischten Doppel oder Mixed bilden ein weiblicher und ein männlicher Spieler zusammen eine Doppel-Paarung. Die Regeln sind identisch mit denen des Damen- bzw. Herren-Doppels. Aufstellung und taktisches Verhalten im gemischten Doppel weichen von den beiden anderen Doppel-Disziplinen ab. So bewegt sich der Mann in der Regel hauptsächlich im hinteren Feldbereich, von wo aus er seine Reichweiten- und Kraftvorteile zu druckvollem Angriffsspiel nutzen kann. Die Frau dagegen, häufig flinker und gewandter, übernimmt das präzise Spiel in der vorderen Feldhälfte, insbesondere am Netz. Um bereits zu Beginn des Ballwechsels zu dieser Aufstellung zu gelangen, steht der Mann meist schon beim Aufschlag hinter der Frau.

Das Spielfeld
In der Regel wird Badminton in der Halle gespielt, da schon leichte Luftbewegungen den Ball stark beeinflussen können. Die Halle muss dabei eine Mindesthöhe von 5 m aufweisen. Üblicherweise gilt es als Fehler, wenn der Ball während des Spiels die Decke berührt, jedoch wird bei Deckenberührung beim Aufschlag oder bei Berühren von herunterhängenden Teilen (z. B. der Deckenkonstruktion) auf Wiederholung entschieden. Erst ab 9 m Deckenhöhe ist eine Halle uneingeschränkt bespielbar und damit jede Deckenberührung ein Fehler.
Das Spielfeld ist dem des Tennis sehr ähnlich, ist allerdings mit 13,40 m Länge und 6,10 m Breite deutlich kleiner. Das Netz hängt nach den Regeln auf einer Höhe von 1,55 m.

Einzel
In der Einzeldisziplin stellt die innere Begrenzungslinie die seitliche Feldbegrenzung dar, der Aufschlag darf von der vorderen Aufschlaglinie bis zur hinteren Grundlinie ausgeführt werden.

Doppel
Beim Doppel ist das komplette Feld zu bespielen, der Aufschlag muss allerdings zwischen vordere und hintere Aufschlaglinie geschlagen werden.

Schläger und Ball


Die Form des Badmintonschlägers ist kleiner, leichter und dünner besaitet als ein Tennisschlägers. Ein einfacher Badmintonschläger aus Stahl wiegt etwa 120 Gramm. Bessere Modelle bestehen aus einem Stück (Carbon) und wiegen nur 70 bis 80 Gramm. Je weicher der Rahmen ist, desto ungenauer ist der harte Schlag, aber desto armschonender ist der Schläger bei normalem Spiel.

Je nach Spielertyp können Badmintonschläger unterschiedlich hart bespannt werden. Je härter die Bespannung ist, desto mehr Kontrolle hat man über den Ball (ideal für kurzes Netzspiel), dafür nimmt aber die Ballbeschleunigung ab.
Durch eine weichere Bespannung lässt sich der Ball schlechter punktgenau platzierebar, aber dafür ist die Ballbeschleunigung höher; ideal für Schmetterbälle. Es gibt unterschiedliche Arten von Saiten. Anfänger nutzen oft einfache, günstige Kunststoffsaiten. Fortgeschrittene Spieler benutzen Naturdarmsaiten oder mehrfach geflochtene Kunststoffsaiten, die bessere Ballkontrolle und längere Haltbarkeit bieten.

Zur Verbesserung des Griffs wird in der Regel ein zusätzliches Griffband eingesetzt.

Bälle
Es gibt zwei unterschiedliche Sorten von Bällen; Naturfederbälle und Nylonbälle (Plastikfeder- bälle). Bei Turnieren wird in den höheren Spielklassen mit Naturfederbällen gespielt. Im Jugend-
und Hobbybereich wird mit den Plastikfederbällen gespielt, da Naturfederbälle teuer und meist nach 1 Satz aufgebraucht sind. Allerdings sind die Flugeigenschaften schlechter als von Naturfederbällen. Plastikbälle bieten weniger Möglichkeiten für ein variantenreiches, schnelles Spiel.

Weitere Infos zu Federbällen